Das sind wir

Wie kamen wir zu dieser Handwerkskunst?

Irma und Ralf

(Ralf und Irma Kaltenbacher)

Die Vorliebe für Reetdächer haben wir im Urlaub entdeckt.

Im Norden, bei Emden, haben uns die reetgedeckten Wohn- und Vogelhäuser bereits vor 25 Jahren fasziniert.

Als dann unsere Kinder nicht mehr mit in den Urlaub fuhren und Platz im Auto war, beschlossen wir ein Futterhaus mit nach Hause zu nehmen.

Bald schon fassten wir den Entschluss in einem Kurs zu lernen, wie wir uns ein eigenes Vogelhaus bauen können und später vielleicht eins als Geschenk auch für Freunde machen können.

Diese Handwerkskunst zu erlernen, erwies sich anfangs als recht schwierig. Es gibt selbst im Norden nur noch wenige, die das traditionelle Nähen von Reetdach-Vogelhäusern praktizieren.

Jemanden zu finden, der sein Wissen weitergibt, war richtig schwierig. Nach 3-jähriger Suche und Anfragen bei Reetdachdeckern im Norden war ein 82-jährigen Reet – Dachdeckermeister bereit uns die Arbeitstechniken zu erklären. Wir waren uns gleich sympathisch, er wollte uns auch in Rötenbach besuchen, ist aber leider kurz davor verstorben.

Wir sind ihm unendlich dankbar, dass er sein Wissen weitergegeben hat, in jedem Haus steckt das Andenken an ihn, Herbert Ehlert.

Herbert und Ralf

Seitdem haben wir unsere eigene Technik immer weiter entwickelt.
Kein Vogelfutterhaus gleicht dem anderen, jedes ist ein Unikat.
Je nach Halmdicke wird das eine eher wuchtig und das andere filigran.
Selbst das Handwerkszeug ist nicht von der Stange.
Das kann man in keinem Baumarkt kaufen.

Jeder Handwerker stellt seinen Reetschneider, das Klopfbrett und die 50 bis 80 Zentimeter lange Nähnadel selber her. Auch das Material ist besonders und wird per LKW geliefert. Das feine Dachreet wird im Norden bestellt. Die Kappe besteht , wie auch bei großen Hausdächern, aus Heidekraut und kommt, in Ballen gepresst, aus der Lüneburger Heide.

 Alte Kunst

Die Technik, die wir anwenden , ist eine alte Handwerkskunst. Dabei werden die geschnittenen Reet-Bunde mit Edelstahldraht aufgenäht und das Dach mit verschiedenen Schichten überlappend gedeckt. Anschließend werden die Halme geklopft und in Form gebracht. Tausende Halme verkeilen sich so ineinander und das Dach erhält seine Festigkeit. Auch in Sachen Langlebigkeit punktet das reetgedeckte Futterhaus, es hält je nach Standplatz mindestens 10-15 Jahre, oft sogar noch länger. Danach kann das Dach wieder erneuert werden, denn der Unterbau kann wieder verwendet werden, da er vollkommen trocken und geschützt bleibt.

So ein natürliches Schmuckstück findet nicht nur bei den Menschen Bewunderer. Das ganze Jahr über herrscht reger Betrieb im Vogelhaus, denn gerade auch in den anderen Jahreszeiten , bedingt durch den Einsatz von Spritzmitteln und früher Wiesenschnitt, brauchen die Vögel Zusatzfütterung.

Und nicht nur, dass die Vögel Futter haben, es ist auch eine Freude, sie vom Fenster aus zu beobachten.

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